Köln, 04.11.16

 

Vorstellung der Ergebnisse des Transferprojekts beim gemeinsamen Abschlussworkshop
mit Dachverbänden aus Migrantenorganisationen in Köln

 

Köln - Am 04.11.2016 fand im Rahmen des Transferprojekts ein Abschlussworkshop der Dachverbände von Migrantenorganisationen in Köln statt. Neben der Vorstellung der Ergebnisse des Transferprojekts gab es auch Informationen zur Weiterführung des Bildungsbeauftragten-Ansatzes.

Zu Beginn des Abschlussworkshops mit Dachverbänden von Migrantenorganisationen wurden die Teilnehmenden durch den Transferprojektleiter, Cemalettin Özer, begrüßt. Im direkten Anschluss ging er auf die gesamtgesellschaftliche Relevanz des Themas Bildung ein und in dem Zusammenhang auf den Bildungsbeauftragten-Ansatz als eine Möglichkeit der Reduzierung von Chancenungerechtigkeiten. So könnten auch Dachverbände von Migrantenorganisationen den Ansatz in ihren Organisationen anwenden und dafür werben. Eine Option für mehr Verbindlichkeit bezüglich der Etablierung des Bildungsbeauftragten-Ansatzes könnte z.B. ein Beschlussvorschlag in den Mitgliederversammlungen der Dachverbände sein.

Anschließend berichteten die teilnehmenden Vertreter/-innen der Dachverbände in einer kurzen Austauschrunde über die Aktivitäten und Schwerpunkte ihrer Dachverbände und Mitgliedsorganisationen. Vertreten waren: Bundesverband russischsprachiger Eltern e.V., Deutsch-Hellenische Wirtschaftsvereinigung (DHW) e.V. und die Vietnamesische Interkulturelle Fraueninitiative Deutschland e.V. (Vifi e.V.)


Frau Alexoglou-Patelkos von der Deutsch-Hellenischen Wirtschaftsvereinigung e.V. und gleichzeitig Koordinierungspartnerin für den Transferprojektstandort Köln, berichtete über die Aktivitäten und Qualifizierungen der neun Bildungsbeauftragten die in Köln ehrenamtlich tätig sind. „In Köln lag im vergangen Jahr der Schwerpunkt der Qualifizierungstreffen in der Weiterführung der ehrenamtlichen Aktivitäten der Bildungsbeauftragten, “ so Frau Alexoglou-Patelkos. In diesem Kontext stellte sie die aktuelle Verbundsgründung der Bildungsbeauftragten in Köln vor. Dazu fanden bereits mehrere Treffen mit MOZAIK und Dr. Ümit Kosan vom Bundesverband NEMO statt. Die Koordination dieser Arbeit hat Frau Alexoglou-Patelkos als Koordinierungspartnerin des Projektstandorts Köln übernommen und die Bildungsbeauftragten werden im neu gegründeten Verbund „Interkulturelle Bildung Kölner Verbund e.V.“ ihre Funktion als Bildungsbeauftragte auch nach dem Transferprojektende weiterführen. In diesem Zusammenhang wird ebenfalls eine Internetseite aufgebaut – dort können alle Migrantenorganisationen teilnehmen und aktiv mit anderen Netzwerken zusammenarbeiten und sich austauschen. Frau Alexoglou-Patelkos hat diesen Schritt als eine neue Weiterentwicklung des Bildungsnetzwerks genannt.


Anschließend hat Frau Nguyen Thi My Hanh von der Vietnamesischen Interkulturellen Fraueninitiative Deutschland (Vifi) e.V. die Aktivitäten ihres Vereins vorgestellt. Dabei betonte sie die Relevanz der Vermittlung von Informationen über duale Ausbildungen an ihre Vereinsmitglieder. Der Schwerpunkt der Arbeit ihrer Migrantenorganisation liegt bei Frauen und Geflüchteten. Vifi e.V. ist darüber hinaus in der Durchführung von Sprachkursen für Geflüchtete und in der Koordinierung der Ehrenamtlichen aus Migrantenorganisationen im Bereich Geflüchtete im Rahmen des Projekts samo.fa (Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen) unter der Federführung des Bundesverband NEMO tätig.


Zum Abschluss der Runde hat Herr Ostrowski über die Aktivitäten des Bundesverbands russischsprachiger Eltern e.V. berichtet und hervorgehoben, dass die Zahl der Mitglieder auf 39 Vereine gestiegen sei. Vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erhalten sie aktuell eine Strukturförderung für zwei Jahre. Als einen Schwerpunkt für die Zukunft hat sich der Dachverband das Thema der politischen Bildung vorgenommen.


Nach den Kurzberichten der anwesenden Migrantenorganisationen stellte Herr Özer die Erkenntnisse und Ergebnisse des Transferprojekts dar. Nach aktuellen Zahlen des Mikrozensus (2015) haben 26% der jungen Menschen zwischen 15 und 34 Jahren eine Migrationsgeschichte – diese Daten berücksichtigen nicht die Anzahl der neueingewanderten Geflüchteten, daher dürfte die Zahl um ein weiteres mehr liegen. In diesem Zusammenhang hat Herr Özer die Relevanz der Umsetzung des „(Inter-)Cultural Mainstreaming Ansatzes“ als eine wichtige Maßnahme für die Integration dieser jungen Menschen genannt. Das bundesweite Transferprojekt „Interkulturelle Netzwerke – Bildungsbeauftragte für junge Menschen!“ mit 82 ehrenamtlichen Bildungsbeauftragten hatte sich die Bildungsintegration junger Erwachsener mit Migrationsgeschichte im Bereich des Übergangs von der Schule in den Beruf sowie beim Nachholen von Ausbildungsabschlüssen durch Nachqualifizierung als Schwerpunkt vorgenommen. Während der vierjährigen Transferprojektlaufzeit wurden 5200 Ratsuchende durch Verweistätigkeiten der Bildungsbeauftragten unterstützt und etwa 350 Jugendliche in Ausbildung vermittelt. Die Themen der Verweistätigkeiten waren überwiegend Bildung/Schule, Ausbildung, Bewerbungen und Berufsorientierung/Berufswahl. Für die Qualifizierung der Bildungsbeauftragten fanden insgesamt 97 Qualifizierungs- und Netzwerkaustauschtreffen unter der Federführung von MOZAIK gGmbH und den regionalen Koordinierungspartnern/-innen statt. In vielen Transferprojektstandorten wird der Bildungsbeauftragten-Ansatz nach dem Transferprojektende im Dezember 2016 durch die regionalen Koordinierungspartner/-innen weitergeführt.


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Berlin, 28.10.16

Abschlussworkshop mit Dachverbänden aus Migrantenorganisationen in Berlin

 

Berlin – Am 28.10.2016 trafen sich Vertreter/-innen aus Dachverbänden von Migrantenorganisationen Im Rahmen des Transferprojekts zu einem Abschlussworkshop in Berlin. Neben der Vorstellung der Ergebnisse und der Erkenntnisse des Transferprojekts gab es einen Austausch über die gesellschaftlichen Herausforderungen im Kontext von Migration und der Rolle der Dachverbände.


Nachdem der Transferprojektleiter Cemalettin Özer (MOZAIK gGmbH) die Teilnehmenden begrüßte, stellten die Vertreter/-innen der Dachverbände ihre Aktivitäten im Bereich der Bildung und des Übergangs Schule-Beruf vor. Mit dabei waren:  Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen (NEMO) e.V., Club Dialog e.V. und die Föderation Türkischer Elternvereine in Deutschland e.V.

Dr. Mehmet Alpbek (Föderation Türkischer Elternvereine in Deutschland e.V.) hob vor allem die enge Zusammenarbeit seines Dachverbands mit dem Bund der spanischen Elternvereine in der BRD e.V. im Bereich der Bildung hervor. Er berichtet, dass zum Beispiel gemeinsam Projektanträge für den Bildungsbereich geschrieben werden. Zudem wurde ein Positionspapier in Kooperation mehrerer Dachverbände von Elternvereinen zur allgemeinen Migrationspolitik erstellt und veröffentlicht.

Anschließend berichtete Frau Julia Merian, Vertreterin von Club Dialog e.V., dass sie als Träger des FSJ-Programms (Freiwilliges Soziales Jahr) u.a. mit Kindergärten und Seniorenheimen zusammenarbeiten. Im Rahmen des Programms sind etwa 80 Jugendliche mit Migrationsgeschichte beschäftigt. Zusätzlich wies sie auf die Beratungsstelle im Dialog Club e.V. hin, die für den Bereich „Übergang Schule-Beruf“ zuständig ist.


Vom Bundesverband NEMO teilte Frau Elizabeth Beloe mit, dass bald eine zweite Geschäftsstelle des NEMO Bundesverbands in Berlin eröffnen wird. Das samo.fa Projekt (Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit) läuft seit April 2016 unter der Federführung des NEMO Bundesverbands und wird auch im Jahr 2017 weitergeführt.


Zuletzt stellte Frau Ivanka Sucic die Aktivitäten ihrer Organisation - Südost Europa Kultur e.V. - vor. Zum Schwerpunkt gehört auch hier der Bereich Bildung, jedoch mit dem Fokus Schulkinder mit osteuropäischem Hintergrund.
Nach den Kurzberichten stellte Herr Özer als erstes die Phasen und Ziele des Transferprojekts vor. Im Anschluss darauf ging er auf die aktuellen Zahlen des Mikrozensus 2015 ein und dahingehend auf die Relevanz der Bildung in Deutschland. Abschließend stellte Maryam Miri, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Transferprojekt, einige ausgewählte statistische Ergebnisse des Transferprojekts vor.


Abschließend wurde gemeinsam über Themen der Nachhaltigkeit und dahingehend um die Weiterführung der ehrenamtlichen Aktivitäten der Bildungsbeauftragten nach Ende des Transferprojekts gesprochen. Im Anschluss stellte Cemalettin Özer die von MOZAIK entwickelte Mustersatzung für die Gründung eines Verbundes von Migrantenorganisationen, als eine Möglichkeit der Weiterführung des Bildungsbeauftragten-Ansatzes, vor.

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Köln, 28.10.15

 

Austauschworkshop mit Migrantendachorganisationen zur Verbesserung der
(Aus-)Bildungsintegration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund


Köln – Im Rahmen des Transferprojekts „Interkulturelle Netzwerke – Bildungsbeauftragte für junge Menschen!“ trafen sich am 28.10.2015 fünf Vertreter/-innen bundesweit tätiger Migrantenorganisationen zu einem Expertenworkshop, um Ideen zum Transfer und zur Umsetzung der Bildungsbeauftragten Idee weiter zu entwickeln.

Nach einer Begrüßung durch den Projektleiter Cemalettin Özer wurde der geplante Programmablauf des Austauschworkshops vorgestellt. Beim nächsten Tagesordnungspunkt stellte Herr Özer in einer Präsentation den aktuellen Stand des bundesweiten Transferprojekts sowie ausgewählte Projektzwischenergebnisse vor. „Insgesamt haben die ehrenamtlichen Bildungsbeauftragten zum Stichtag 29.07.2015 über 800 Einzelverweistätigkeiten/-beratungen durchgeführt. Insgesamt waren dies 1.481,85 Stunden“, so Herr Özer.
Im Anschluss berichteten die Vertreter/-innen aus den Migranten(dach)organisationen von aktuellen Entwicklungen in den Vereinen im Bereich (Aus-)Bildung. Herr Victor Ostrowski vom Bundesverband russischsprachiger Eltern e.V. berichtete u.a. von einer erfolgreich in Dresden durchgeführte Veranstaltung zum Thema „Ausbildung für Flüchtlinge“, bei der über 100 interessierte Flüchtlinge teilgenommen haben. Frau Thi My Hanh Nguyen von der Vietnamesischen Interkulturellen Fraueninitiative in Deutschland e.V./Bundesverband der Vietnamesen e.V. erzählte von den zur Zeit laufenden Multiplikatorenschulungen, gefördert durch das BAMF, und einem durchgeführten Workshops zum Thema Flüchtlinge mit 43 Teilnehmenden. Herr George Rashmawi und Herr Isaid vom Bundesverband Deutsch-Arabischer Vereine berichteten ebenfalls zur aktuellen Flüchtlingssituation und dem Unterstützungsangebot des Bundesverbands. Beispielsweise wurden zweisprachige Informationen zum „Leben in Deutschland“ auf Facebook eingestellt und Flüchtlinge zu Ämtern/Regeleinrichtungen begleitet. Zum Abschluss der Kurzberichtete stellte Christina Alexoglou-Patelkos von der Deutsch-Hellenischen Wirtschaftsvereinigung die Aktivitäten der KAUSA Servicestelle im Bereich (Aus-)Bildung vor.
Nach den Kurzberichten wurden die im letzten Austauschworkshop entwickelten Ideen bzw. Transferstrategien zur Verbesserung der (Aus-)Bildungsintegration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund weiter bearbeitet. Es wurde die Idee besprochen, dass in den Migrantendachorganisationen und in den Mitgliedsorganisationen Vertreter/-innen benannt werden, die als ehrenamtliche Bildungsbeauftragte für den eigenen Verein tätig werden, um u.a. das Thema (Aus-)Bildung im Verein strukturell zu verankern. Daneben wurde die Idee besprochen, dass das Transferprojekt und der Bildungsbeauftragten-Ansatz im Rahmen von Workshops mit den Mitgliedsorganisationen oder bei zukünftigen Mitgliederversammlungen vorstellt wird, wie es bereits bei einem Workshop mit dem Bundesverband russischsprachiger Eltern erfolgreich umgesetzt wurde. Hierzu folgt von den anwesenden Teilnehmer/-innen eine Rückmeldung bezüglich möglicher Termine.

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Berlin, 09.10.15

 

Vertreter/-innen aus Migrantendachorganisationen entwickeln Ideen zum
 Transfer und zur Umsetzung der Bildungsbeauftragten-Idee

Berlin – Am 09.10.2015 trafen sich vier Vertreter/-innen bundesweit tätiger Migrantenorganisationen zu einem Expertenworkshop in den Räumen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in Deutschland e.V. in Berlin. Ziel war es, die Ideen bzw. Transferstrategien zur Verbesserung der (Aus-)Bildungsintegration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund weiter zu bearbeiten.

Cemalettin Özer (Projektleiter) begrüßte die Teilnehmer/-innen zum Austauschworkshop und erläuterte den Programmablauf. Nach der Begrüßung stellte er in seiner Präsentation die Transferprojektziele und ausgewählte Projektzwischenergebnisse vor. „In den elf Transferprojektstandorten fanden bislang über 50 Qualifizierungs- und Netzwerkaustauschtreffen mit den Bildungsbeauftragten und Vertreter/-innen aus Regeleinrichtungen (u.a. Agentur für Arbeit, Jobcenter, Handwerkskammer) in der Woche nachmittags/abends statt“, so Herr Özer.
Anschließend berichteten die Vertreter/-innen aus den Migranten(dach)organisationen von aktuellen Entwicklungen im Bereich (Aus-)Bildung. Herr Dr. Alpbek von der Föderation Türkischer Elternvereine berichtete u.a. von der aktuellen Flüchtlingssituation und erzählte, dass Flüchtlinge die türkisch sprechen aus Bulgarien, Rumänien, Irak und Syrien in die Vereine kommen. Frau Dr. Atmaca vom Dachverband der Migrantinnenorganisationen bezog sich insbesondere auf die Situation von geflüchteten Frauen. Herr Dr. Lulic vom Zentralrat der Serben und Milan Cobanov von der BAGIV erläuterten, dass es wichtig ist den Menschen die nach Deutschland kommen (Informations-)Materialien an die Hand zu geben.
Im Anschluss tauschten sich die Vertreter/-innen zu den Ideen bzw. Transferstrategien zur Verbesserung der (Aus-)Bildungsintegration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund aus. Als Idee hat sich entwickelt, dass in den Migrantendachorganisationen und in den Mitgliedsorganisationen Personen benannt werden, die als ehrenamtliche Bildungsbeauftragte für den eigenen Verein tätig werden. „Durch die Benennung von ehrenamtlichen Bildungsbeauftragten in den Mitgliedsvereinen wird gezeigt, dass sich der Verein strukturell beim Thema (Aus-)Bildung aufstellt und z.B. für regionale Akteure (Arbeitsagenturen, Kammern, Kommune usw.)  Ansprechpartner/-innen in den Vereinen für das Thema (Aus-)Bildung von Jugendlichen und Beratung von Eltern zu diesem Thema zur Verfügung stehen. Diese Bildungsbeauftragten könnten dann auch als Netzwerkpartner in (Aus-)Bildungs-Netzwerke eingebunden werden, wo auch über Projekte entschieden wird.“, so Herr Özer. Weiterhin wurde vorgeschlagen, dass das Transferprojekt und der Bildungsbeauftragten-Ansatz im Rahmen von Workshops mit den Mitgliedsorganisationen oder bei zukünftigen Mitgliederversammlungen vorstellt wird. In den Workshops soll u.a. die (Aus-)Bildungssituation von jungen Menschen mit Migrationshintergrund vorgestellt sowie die Rolle von Migrantenorganisationen bei der Verbesserung der (Aus-)Bildungssituation thematisiert werden. Die Vertreter/-innen aus dem Migrantendachorganisationen haben Interesse und geben MOZAIK bezüglich möglicher Termine und Orte eine Rückmeldung.

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Köln, 05.05.15

 

Russischsprachige Vereine treffen sich in Köln um sich zum Thema „Verbesserung der Chancengleichheit im deutschen Bildungs- und Ausbildungssystem für junge Menschen und Eltern mit Migrationshintergrund durch Migrantenorganisationen“ auszutauschen



Köln – Am 05. Mai hat die MOZAIK gGmbH im Rahmen des bundesweiten Transferprojekts „Interkulturelle Netzwerke – Bildungsbeauftragte für junge Menschen!“ in Kooperation mit dem Bundesverband russischsprachiger Eltern (BVRE e.V.) einen bundesweiten Workshop mit neun Mitgliedsorganisationen zum Thema „Verbesserung der Chancengleichheit im deutschen Bildungs- und Ausbildungssystem für junge Menschen und Eltern mit Migrationshintergrund durch Migrantenorganisationen“ mit 16 Teilnehmenden durchgeführt.
Die deutsche Bildungs  und Berufsbildungspolitik legt einen Schwerpunkt auf die duale Ausbildung, um wettbewerbsfähige Belegschaften in Betrieben und Unternehmen zu gewährleisten. Trotzdem erscheint diese Art der Ausbildung für viele Eltern nicht attraktiv zu sein. Sie bevorzugen stattdessen eine akademische Laufbahn für ihre Kinder. Diese Haltung haben gerade viele russischsprachige Eltern. Ziel des Workshops war es daher zum einen die Kenntnisse von russischsprachigen Eltern bzw. Migrantenorganisationen über das (Aus-)Bildungssystem, den Übergang von der Schule in den Beruf und die Möglichkeiten der Nachqualifizierung in Deutschland zu verbessern und andererseits über die Hürden auf dem Weg zur professionellen Berufsbildung und Ausbildung in den russischen Migrantenfamilien, sowie über die Rolle der Migrationsorganisationen dabei, zu diskutieren.

Herr Viktor Ostrowski, Vorstandsmitglied des BVRE e.V., begrüßte die Teilnehmenden und stellte die Relevanz des Themas dar „Viele russischsprachige Migranten wissen die Vorteile und Perspektiven, die das Berufsausbildungssystem Deutschlands bereitstellt, nicht zu schätzen Unsere Aufgabe als Migrantenorganisation ist es, unsere Eltern und Kinder über die Ausbildungschancen in Deutschland aufzuklären, damit ihre Kinder Karriere - auch außerhalb eines Studiums - machen können“, so Herr Ostrowski.

Nach der Begrüßung stellten die Teilnehmenden sich und ihren Verein im Rahmen der Vorstellungsrunde kurz vor. Anna-Lena Leifert, Projektmitarbeiterin der MOZAIK gGmbH, stellte anschließend aktuelle Zahlen, Daten und Fakten zur (Aus-)Bildungssituation von jungen Menschen mit Migrationshintergrundgrund vor. Außerdem erläuterte sie die Rolle der Migrantenorganisationen bei der Verbesserung der Bildungsintegration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund. In diesem Zusammenhang stellte Frau Leifert die Handlungsempfehlungen aus dem Impulspapier der Migrantendachorganisationen des 7. Integrationsgipfels der Bundeskanzlerin und der Idee der Bildungsbeauftragten aus Migrantenorganisationen des bundesweiten Transferprojekts „Interkulturelle Netzwerke – Bildungsbeauftragte für junge Menschen!“ vor.

Im Anschluss tauschten sich die Teilnehmenden darüber aus, inwiefern Migrantenorganisationen zur Verbesserung der (Aus-)Bildungsintegration in der verschiedenen Migrantencommunities beitragen können. Es wurde festgehalten, dass einige Vereine des BVRE langjährige Beratungserfahrung im Bereich der Ausbildungsplatzvermittlung, andere im Bereich der außerschulischen Bildung haben und somit ein direkter Kontakt besteht. Dank der mehrjährigen Erfahrung der Mitgliedervereine des BVRE in der Arbeit mit Eltern und Kindern der Migrantenfamilien, haben sie ein großes Vertrauen zu ihnen aufgebaut.

Zum Abschluss des Workshops wurde besprochen, dass sich die Migrantenorganisationen im Bereich (Aus-)Bildung positionieren wollen. Die Teilnehmenden wollten ihre Chance nutzen und vorhandene Ressourcen aktivieren. Besprochen wurde außerdem, dass die Anerkennung seitens anderer Akteure im Berufsbildungsbereich sowie die Qualifikationen der Mitarbeiter der Vereine eine bedeutsame Rolle spielen werden. Laut Viktor Ostrowski wird vor allem „die Lobbyarbeit mit den potentiellen Arbeitgebern und deren Anerkennung der Rolle des Verbands von großer Bedeutung sein.“ Der BVRE erklärt sich bereit, das geplante gemeinsamen mit den Mitgliedervereinen umzusetzen, um die Chancengleichheit der Migranten/-innen im deutschen Bildungs- und Ausbildungssystem zu erhöhen.